Hoher Kontrast
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Barrierefreies Webdesign

Worauf kommt es an beim barrierefreien Internet?

Mit Smarda bist du perfekt aufgestellt, wenn es darum geht, barrierefreie Shops und Websites zu erstellen. Wir sind als einziges System weltweit nach dem Standard WCAG 2.2 - AA von TÜV Trust IT zertifiziert. Dennoch oder gerade deshalb ist es für dich als Online-Profi wichtig, über das Thema genauer Bescheid zu wissen. Wir möchten dir deshalb einen "Crashkurs" zum Thema "barrierefreies Internet" anbieten, damit du deine Kunden richtig beraten kannst und bezüglich Design und Umsetzung entsprechend gerüstet bist.

Die neue EU-Richtlinie:

Ziel von Barrierefreiheit im Internet ist es, die digitale Teilhabe für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen zu ermöglichen. Dies betrifft neben der Unterstützung von Screenreadern und Tastatursteuerung vor allem auch gestalterische und inhaltliche Aspekte – z. B. klare Navigationsführung, Alt-Texte für Bilder, transkribierte oder untertitelte Videos sowie ausreichende Farbkontraste und Schriftgrößen für sehschwache User. Das bedeutet, dass die systemische Unterstützung alleine nicht ausreicht, um Websites und Shops barrierefrei zu machen. Smarda stellt nativ und standardmäßig alle Funktionen und Gestaltungsmöglichkeiten bereit, um alle Richtlinien erfüllen zu können. Das ist einzigartig!

Der internationale Standard für barrierefreie Webinhalte wird durch die „Web Content Accessibility Guidelines“ (WCAG) definiert, wobei WCAG 2.2 – AA als gesetzlicher Mindeststandard für die Erüllung der neuen EU-Richtlinie gilt (European Accessibility Act).

Dieser Standard ist unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtend für Online-Shops und auch Websites, damit Menschen mit Einschränkungen der Zugang des Angebots nicht verwehrt wird. Das bedeutet, dass du Barrierefreiheit bei deinen Projekten berücksichtigen musst, damit du nicht Probleme bei der Gestaltung deiner Shops und Websites bekommst – es drohen Strafen bis zu 80.000 Euro (siehe aktuelle Information)!

Wir können hier nicht auf alle Details in Bezug auf Recht, Technologien und Funktionen eingehen. Wir möchten aber an dieser Stelle allen Partnern, die sich noch gar nicht mit diesen Themen auseinandergesetzt haben, einen Überblick über die wichtigsten Anforderungen für barrierefreies Webdesign geben. Im Folgenden werden die grundlegenden Vorgaben und Funktionen kurz erklärt:

Technische Maßnahmen:

Die technischen Anforderungen zur Erfüllung des gesetzlichen Mindeststandard WCAG 2.2 - AA werden von Smarda nativ erfüllt, dennoch musst du bei der Einrichtung bei bestimmten Einstellungen auf so manche Details achten:

Tastatursteuerung

Die Tastatursteuerung ist ein zentrales Element der digitalen Barrierefreiheit. Sie ermöglicht es, Webseiten vollständig über die Tastatur zu bedienen. Alle Funktionen einer Website sollten ohne Maus, allein mit der Tastatur erreichbar und nutzbar sein. Das umfasst Navigation, Interaktion mit Formularen, Buttons, Menüs und anderen Elementen. Wichtig dabei ist:

  • Alle Funktionen sind mit der Tastatur erreichbar.
  • Die Tab-Taste führt logisch durch interaktive Elemente.
  • Enter und Leertaste aktivieren Links und Buttons.
  • Der Fokus ist stets sichtbar.
  • Es gibt keine "Fallen", aus denen man nicht mehr rauskommt.

Mit Smarda sind diese technischen Anforderung nativ gelöst, also bereits voreingestellt. Du hast lediglich Einfluss beim Design des Fokus bei den Elementen.

Screenshot einer Website mit dem Text 'Zur Navigation springen', einem Suchfeld mit der Aufforderung 'Suchbegriff eingeben' und den Kategorien 'Damen', 'Herren', 'Kinder' und 'Accessoires'.

Formularfelder

Auch Formulare müssen klar, verständlich und leicht nutzbar sein – auch ohne Maus. Speziell für blinde Menschen sind dabei die bestimmte Anforderungen besonders wichtig:

  • Beschriftungen (Labels) sind eindeutig und jedem Feld korrekt zugeordnet.
  • Die Tab-Reihenfolge ist logisch.
  • Fehlermeldungen sind verständlich, gut sichtbar und barrierefrei lesbar.
  • Eingabehilfen wie Platzhalter oder Beispiele unterstützen beim Ausfüllen.
  • Der Fokus springt sichtbar von Feld zu Feld.

Auch diese Anforderung sind nativ gelöst. Du hast aber natürlich Einfluss auf das Design der Formulare und auch auf die Feld-Beschreibungen bzw. Fehlermeldungen, die auch wesentlich zur Bedienbarkeit beitragen.

Screenshot eines Online-Formulars zur Terminbuchung, das die Eingabe von Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse erfordert. Hinweis auf Pflichtfelder in roter Schrift.

Navigation & Sitemap

Eine gute Navigation hilft dabei, sich schnell und einfach auf der Website zurechtzufinden. 

  • Die Menüstruktur ist klar, logisch und konsistent.
  • Alle Seiten sind mit wenigen Klicks erreichbar.
  • Die Navigation ist per Tastatur und Screenreader nutzbar.
  • Eine Sitemap bietet einen Überblick über alle Seiten – als HTML-Seite oder in der Fußzeile verlinkt.

Es gilt, dass jede Seite bzw. jeder Inhalt direkt erreichbar sein soll. Dafür soll eine Suchfunktion oder eine Sitemap unterstützen, die auf alle Seiten verlinkt. Smarda bietet eine Sitemap-Funktion in allen Vorlagen standardmäßig an.

Sitemap einer Apotheke mit Links zu wichtigen Seiten wie 24h Notruf, aktuellen Aktionen, allgemeinen Geschäftsbedingungen, Beratung und Service, Blogbeiträgen zu Gesundheitsthemen sowie Informationen zu Herstellern und Tags.

Beschriftung von Buttons & Icons

Laut WCAG müssen alle Steuerelemente (z. B. Eingabefelder, Buttons, Pfeile usw.) klar und eindeutig beschriftet sein, damit sie auch für Blinde vom Screenreader vorgelesen werden können:

  • Labels stehen sichtbar beim Element oder sind screenreader-lesbar verknüpft (WCAG 1.3.1, 2.4.6).
  • Die Beschriftung beschreibt klar, was eingegeben oder ausgewählt werden soll.
  • Auch Icons oder Buttons brauchen eine aussagekräftige Textalternative (z. B. via aria-label).

Diese Labels sind bereits bei allen Smarda Steuerungselementen eingebaut. Falls du mittels Einbindungen/Widgets eigene Elemente einbringst, musst du bei diesen diese Funktionalität ebenso gewährleisten.

Ein blaues Produkt mit weißen Punkten, das auf einem Holztisch liegt. Es handelt sich um einen Ohrenwickel, der in der Produktbeschreibung als "Ohren-Wichtel" bezeichnet wird. Der Wickel ist mit einem grünen Etikett versehen.

Gestalterische Maßnahmen:

Die Premium-Vorlagen von Smarda sind gemäß der Vorgaben ausgeführt. Das betrifft auch Schriftgrößen und Farbkontraste. Sobald du in die Gestaltung eingreifst, solltest du dir also des Regelwerks für Barrierefreiheit bewusst sein:

Ausreichende Farbkontraste

Laut WCAG 2.2 müssen Texte und Bedienelemente ausreichend kontrastreich gestaltet sein, damit sie auch bei Sehbeeinträchtigung gut lesbar sind. Konkret gilt für die gesetzlich vorgeschrieben Stufe AA:

  • Text muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 zum Hintergrund haben.
  • Für großen Text (ab 18 pt oder 14 pt fett) reicht ein Kontrast von 3:1.
  • Informationen dürfen nicht nur über Farbe vermittelt werden (z. B. nicht nur „rot“ für Fehler).

Die Einhaltung des Kontrastes kann für Designer durchaus zur Herausforderung werden. Für die Prüfung empfiehlt sich daher, Hilfstools zu verwenden wie z. B. den Color Contrast Checker.

Color Contrast Checker
Screenshot eines Farbanalyse-Tools, das die Vorder- und Hintergrundfarbe anzeigt. Die Vordergrundfarbe ist in Hex #C80801 und die Hintergrundfarbe in Hex #D7E8ED. Farbwerte sind in RGB, HSL und HSV formatiert. Links sind verschiedene Farboptionen und Farbsynchronisierungsoptionen zu sehen.

Schriften & Textstruktur

Texte müssen gut lesbar und flexibel anpassbar sein – auch auf mobilen Geräten.

  • Relative Einheiten verwenden (em, rem statt px), damit Texte skalierbar bleiben.
  • Inhalte müssen auf 200 % vergrößern sein, ohne dass Funktionen oder Inhalte verloren gehen.
  • Empfohlene Grundgröße ist 16 px für Fließtext.
  • Keine rein textbasierten Informationen in Bildern.
  • Mobil: Inhalte müssen auch bei Vergrößerung ohne horizontales Scrollen nutzbar bleiben.

Außerdem sollten Textelemente für die Orientierung von Screenreadern eine korrekte HTML-Struktur aufweisen:

  • <h1>: Hauptüberschrift – nur einmal pro Seite
  • <h2>: Hauptabschnitte der Seite
  • <h3>: Unterpunkte eines Abschnitts
  • …bis <h6>: weitere Ebenen – aber sparsam verwenden
  • Keine Sprünge in der Reihenfolge (z. B. von h1 zu h4)
Screenshot einer Benutzeroberfläche, die verschiedene technische Überschriftentypen auflistet, darunter Seitenüberschrift (H1), Abschnittsüberschrift (H2) und Unterüberschrift (H3 bis H6).

Kontrastschalter für Banner & Slider

Ein beliebtes Stilmittel für Webdesigner sind Banner und Slider. Bei diesen werden die Überschriften und Texte üblicherweise über das Bild gestellt. Dadurch kommt es meist zu Problemen mit dem ausreichenden Kontrast zwischen Texten und Hintergrundbild. Zu bedenken ist dabei, dass die Texte in jeder Bildschirmauflösung ausreichend zum Hintergrund kontrastieren. 

Das macht es besonders schwierig, passende Bilder zu finden, die ausreichend kontrastreich an jenen Stellen sind, wo die Texte platziert werden. Wir haben dafür den Kontrastschalter im System vorgesehen, der speziell bei Banner und Slider auf ein sehr starkes Kontrastverhältnis umschaltet. Du kannst diesen zuschalten, wenn du ihn benötigst.

Navigationselement einer Website mit den Optionen "Wandern" und "Kontakt" sowie einem Button für hohen Kontrast, eingebettet in eine verschwommene Landschaft.

Fokus für die Tastatursteuerung

Um eine Website oder einen Shop mit Tastatur perfekt bedienen zu können, ist der so genante Fokus" entscheidend, also die Anzeige, bei welchem Link sich der User gerade befindet. Dies ist üblicherweise eine kräftige Umrahmung des betroffenen Elements.

Unsere Premium-Vorlagen haben alle bereits diesen Fokus voreingestellt. Du kannst diesen aber für die Fokusanzeige bei Formularen selbst gestalten.  Diese Fokusgestaltung betrifft alle Formularfelder und das Suchfeld. Achte beim Design darauf, dass der Kontrast des Fokus kraftig genug ist!

Ein Screenshot eines Online-Formulars mit Feldern für den Namen, Notizen und die E-Mail-Adresse. Es enthält auch Checkboxen zur Bestätigung des Alters und zur Zustimmung zur Verarbeitung von Rezeptdaten sowie zur Aufnahme in den Newsletter.

Redaktionelle Maßnahmen:

Barrierefreie Inhalte sind nicht nur technisch, sondern auch redaktionell gut durchdacht. Folgende Punkte sind bei der Erstellung von Texten, Bildern und multimedialen Inhalten zu berücksichtigen:

Alternativtexte (Alt-Texte)

Bilder und Grafiken benötigen Alternativtexte, damit auch Blinde erfassen können, was dargestellt wird:

  • Jede aussagekräftige Grafik braucht einen beschreibenden Alt-Text
  • Inhalt und Funktion des Bildes sollen klar erklärt sein
    Dekorative Bilder erhalten ein leeres alt="" (nicht relevant für Screenreader)
  • Keine Wiederholung von Informationen, die bereits im Text stehen
  • Auch Video/Audio-Inhalte brauchen Untertitel, Transkripte oder Audiodeskriptionen (je nach Inhalt)

Smarda bietet dir KI-Tools zur automatisierten Erstellung von Alt-Texten für deine Bilder.

Frau mit modischem Armband am Ufer eines Sees während des Sonnenaufgangs, umgeben von natürlicher Schönheit.

Abkürzungen & Übersetzungen

Abkürzungen, Akronyme, Fachausdrücke und fremdsprachige Ausdrücke sollten zum besseren Verständnis erklärt werden.   
Einzelne Wörter oder Sätze in anderen Sprachen müssen mit dem passenden lang-Attribut versehen werden. Vermeide unübersetzte Fachbegriffe, wenn sie nicht allgemein verständlich sind

Smarda bietet im Texteditor die Möglichkeit, Erklärungen und Übersetzungen im Text zu ergänzen. Diese Text-Elemente werden dann auf der Website strichliert unterstrichen angezeigt und bieten dann bei Mouseover den Erklärtext an.

Hier zwei Beispiele: Mouseover und Web Accessibility

Informationstext einer Apotheke zur Unterstützung von COPD-Patienten mit hochkonzentriertem Sauerstoff. Hinweise zur Abgabe und Befüllung von Sauerstoffgeräten.

Empfehlungen zu Sprachstil und Inhalt

Für barrierefreie Inhalte ist ein klarer, verständlicher Sprachstil besonders wichtig. Texte sollten in einfacher, gut strukturierter Sprache verfasst sein – kurze Sätze, aktive Formulierungen und der Verzicht auf unnötige Fachbegriffe erleichtern das Verständnis für alle Nutzer:innen.

Auch Linktexte spielen eine zentrale Rolle: Sie müssen aussagekräftig sein und den Zielinhalt klar beschreiben, damit sie auch außerhalb des Kontexts (z. B. bei Screenreadern) verständlich bleiben.

Bei der Gestaltung von Listen und Tabellen ist eine logische Struktur entscheidend. Tabellen sollten korrekt ausgezeichnet und mit erklärenden Überschriften versehen sein, damit die darin enthaltenen Informationen nachvollziehbar und zugänglich bleiben.

Tools zum Testen:

Damit du die Barrierefreiheit deiner Websites und Shops testen kannst, stehen dir mittlerweile eine Vielzahl an Tools zur Verfügung. Folgende möchten wir dir empfehlen: